Der Zirkus 2015 und die Inklusion

Wieder einmal hat die ERG zeigen können, wie einfach und schön Inklusion sein kann, wenn die Rahmenbedingungen und der personelle Einsatz  stimmen.
Es gibt Schüler, die nicht in der Lage sind, ihre gesamte Konzentration auf einen langen Schulalltag auszurichten. So war es auch bei diesem Zirkusprojekt.
Wir erzählen hier von Fritzchen und Karlchen. Beide Schüler hatten ein Ziel: Den Auftritt im Zelt vor ihren Eltern, doch der Weg dahin war für die Beiden sehr unterschiedlich.
Während Fritzchen sich schlecht auf den theoretischen Teil der Projektwoche einlassen konnte, hatte Karlchen Schwierigkeiten, sich in die Regeln des praktischen  Teils einzubringen. Und da hilft die Inklusion weiter. Jeder Schüler hat die Möglichkeit, seinen Bedürfnissen entsprechend am Schulalltag teilnehmen zu können. Leider steht dieser Gedanke nur auf dem Papier, im Schulalltag ist er schwer umzusetzen, wenn nicht ausreichend Personal eingesetzt werden kann. Beim Zirkusprojekt hat es aber geklappt, weil die KollegInnen bereit waren, einen anderen Weg zu gehen.
Fritzchen hatte die Möglichkeit, die ganze Woche nicht nur in seiner Artistengruppe zu zeigen, was er kann, sondern er konnte auch noch in einer zweiten Gruppe sein sportliches Können unter Beweis stellen, weil ihn eine Kollegin einfach dazugenommen hat. Für Fritzchen war es ein Erlebnis, in zwei Vorstellungen auftreten zu können. Er war stolz auf sich, hat die Woche super gemeistert und auch für das Kollegium ist es eindrucksvoll, wie anders ein Schüler sein kann, wenn die Bedingungen stimmen. Karlchen konnte sich besser auf die Arbeit in der Klasse konzentrieren. Im Zirkuszelt hatte er Schwierigkeiten, sich auf seine Gruppe einzulassen. Aber auch hier konnte Abhilfe geschaffen werden. Eine Kollegin konnte für Karlchen freigestellt werden , so dass auch für ihn  -durch Rücksichtnahme auf seine Bedürfnisse - das Zirkusprojekt zu einem bestimmt unvergesslichem Erlebnis wurde. Er suchte sich eine Gruppe aus, in der er ohne Schwierigkeiten ein richtiger kleiner Artist sein konnte. Sein emotionales Verhalten nahmen die anderen Schüler gelassen hin, wiesen ihn aber dezent in seine Schranken. Was den Erwachsenen oft nicht gelingt, schafft eine soziale Gruppe. Karlchen nutzte die Zeit des Wartens, wozu er nun gar keine Lust hatte, um auf dem Pausenhof zu spielen. Er hatte gute Laune und war glücklich. Sein Auftritt war ihm so wichtig, dass er gleich beide Vorstellungen hintereinander mitmachte. Auch hier war es ihm zuerst nicht möglich, geduldig zu warten, bis er an der Reihe war, aber Inklusion macht es möglich - sein Auftritt wurde seinen Möglichkeiten angepasst. Und so wurde es für alle Beteiligten ein richtiger runder Zirkusauftritt.