Inklusion in der ERG

Warum Inklusion?

Die Bundesrepublik Deutschland hat im Jahr 2009 die UN- Behindertenrechtskonvention unterschrieben. Damit ist das Recht auf inklusives Lernen ein einklagbares Recht geworden.

Menschen mit einer Behinderung, aber auch mit einem nicht sichtbaren Handicap haben das Recht auf gemeinsames Leben und nach Artikel 24 (Bildung= UN Behindertenkonvention) auch auf ein gemeinsames Lernen.

Integration – Inklusion

Integration: Das Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf besucht die Regelschule, muss sich aber den Lernbedingungen anpassen. Der Unterricht wird nicht verändert. Das Kind lernt isoliert und wird im ungünstigsten Fall separiert.

Inklusion: Das Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf besucht ebenfalls die Regelschule. Es wird aber Rücksicht auf dessen besonderes Lernverhalten genommen und der Unterricht muss dem Kind angepasst werden, damit es die Möglichkeit hat, auf seinem besonderen Niveau oder mit einem Handicap im Klassenverband zu lernen.

Inklusion in Berlin

Im Jahr 2011 wurde ein Senatsplan zur Inklusion entwickelt, der in der Umsetzung allerdings vorerst scheiterte und nach den Wahlen von dem neuen Schulsenat zurückgestellt wurde. Das Recht der Eltern auf inklusive Beschulung ihres Kindes ist allerdings auch ohne Inklusionsplan durchsetzbar. Der Schul-alltag ist an der Regelschule also stark abhängig von der Einsicht des Kollegiums, den Räumlichkeiten und personellen Voraussetzungen.

Inklusion in der ERG

Seit dem Schuljahr 2008-2009 wird in der ERG ein Kind mit einer kognitiven Entwicklungsstörung integrativ beschult, später kamen noch 3 Kinder mit einer körperlichen Behinderung (Diabetes, Autismus) dazu.

Der Schulalltag bedeutet in allen Fällen für Lehrer und Erzieher eine besondere Herausforderung, da sie weder eine besondere Ausbildung zu diesen Förderschwerpunkten haben noch eine zusätzliche Unterstützung durch Sonderpädagogen bekommen, obwohl im Inklusionskonzept des Berliner Schulsenats der Einsatz von Sonderpädagogen in Regelschulen vorgesehen war.

Das Kollegium der ERG bekam in diesen Jahren auch nur selten Unterstützung und musste einen eigenen Weg beschreiten.

Bei Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und dem Bedarf an Eingliederungshilfe hat die Schule jedoch die Möglichkeit, Schulhelferstunden zu beantragen. Die betroffenen Schüler der ERG bekamen in den letzten 4 Jahren gemeinsam 20 Schulhelferstunden, die nach Bedarf eingesetzt wurden und werden. Diese Stunden ermöglichen den Kindern, den Schulalltag auf ihr spezielles Handicap bezogen zu meistern.

Der Diabetes zwingt die Schüler dazu, regelmäßige Blutzuckerkontrollen durchzuführen und gegebenenfalls das Verhalten darauf einzustellen. Die Schulhelferin unterstützt die Schüler in den unteren Klassen dabei, nimmt eventuell während des Unterrichts Kontakt mit den Eltern auf, hat ein besonderes Augenmerk auf den Sport-/Schwimmunterricht und zu den Mahlzeiten. Auch Wandertage und Klassenfahrten sind eine besondere Herausforderung und müssen nebenher bewältigt werden. Durch den Einsatz der Schulhelferin sind die Lehrer entlastet, aber durch die Begrenzung der Stunden kommt es zu freien Tagen , die dann durch die Lehrer betreut werden müssen. Die Klassenlehrer haben sich fortgebildet und können ebenso handeln, aber grundsätzlich sind sie für die Vermittlung des Unterrichtsstoffes zuständig.

Die kognitive Entwicklungsstörung dagegen bezieht sich auf den Bereich Lernen und Verhalten und bedeutet für die Inklusion eine ganz andere Art der Herangehensweise. Das Kind muss nicht nur zeitweise unterstützt werden, sondern es muss fast durchgängig eine Unterrichtsanpassung vorgenommen werden. Hier müssen Lehrer und Schulhelferin eng miteinander arbeiten und die Unterrichtseinheiten dem Kind so anpassen, dass es auf seinem eigenen Niveau lernen kann. In den unteren Klassenstufen ist das gut möglich und der gesamte Klassenverband kann großen Nutzen davon haben.

In den oberen Klassen muss der Lehrer sich auf eine andere Art der Unterrichtsvermittlung einlassen können. Dabei ist es wichtig, schnell auf besondere Situationen reagieren zu können und durch Differenzierung die Wissensvermittlung zu vereinfachen. Die Schulhelferin arbeitet immer auf dem Stand der kognitiven Entwicklung des Kindes, versucht aber, mit anderen Schülern im Team zu arbeiten.

Durch eine konsequente Unterrichtsanpassung und Differenzierung ist das möglich und so haben auch Schüler mit einer nicht sichtbaren Behinderung Nutzen durch die Inklusion.

Inklusion, gemeinsames Lernen und Spielen

Das Kollegium der ERG hat die besondere Problematik kennen- und umsetzengelernt, kennt deren Möglichkeiten und Grenzen und wünscht sich sehr, dass im Sinne aller Schüler das Recht auf Inklusion in den Schulen auch personell und finanziell unterstützt wird.