Willkommensklassen an der Ellef-Ringnes-Grundschule

Im Laufe jeden Schuljahres ziehen Familien mit Kindern nach Berlin, zum großen Teil ohne Deutschkenntnisse. Die schulische Förderung und Integration dieser Kinder und Jugendlichen stellt eine besondere Herausforderung dar. Insbesondere die Kinder und Jugendlichen aus Roma-Familien müssen sich auf Kita und Schule besonders intensiv einstellen.

In speziell eingerichteten Lerngruppen, sogenannten Willkommensklassen, werden Kinder und Jugendliche unterrichtet, die in einer Regelklasse wegen fehlender Deutschkenntnisse nicht ausreichend gefördert werden können. Diese Lerngruppen dienen ausschließlich dem intensiven und systematischen Erwerb der deutschen Sprache als Unterrichtssprache und haben das Ziel, den Wechsel in eine Regelklasse zum frühesten möglichen Zeitpunkt vorzubereiten, spätestens jedoch nach 1 ½ Jahren.

Die erste Willkommensklasse an der Ellef-Ringnes-Grundschule wurde im Januar 2016 eingeführt. Seid dem Sommer 2016 gibt es eine zweite Willkommensklasse an unserer Schule. Ca. 12 -14 Kinder werden in einer Klasse unterrichtet. Die Kinder sind aus ganz unterschiedlichen Gründen nach Berlin gekommen und stammen aus verschiedensten Ländern.
Nach etwa einem Jahr sollen die Schülerinnen und Schüler einen Sprachtest ablegen und anschließend, entsprechend ihres Kenntnisstandes, in eine der Regelklassen wechseln. In den meisten Fällen ist dies für die Kinder ein sehr schwieriger Schritt, da sie oft noch nicht genügend Deutschkenntnisse vorweisen. Dieser Übergang wird durch sogenannte Brückenkurse unterstützt. Die Willkommenskinder können so zwischendurch noch einmal aus den Regelklassen rausgenommen werden und man kann ihnen noch einmal neuen Input geben, ihren Fragen und Sorgen noch einmal ganz gerecht werden.

Die Schülerinnen und Schüler bringen in Bezug auf ihre Sprach- und Schulkenntnisse, ihrer Lernmotivation und Ausdauer unterschiedliche Voraussetzungen mit. Von nicht-alphabetisierten bis hin zum sprachbegabten Kind finden sich extreme Unterschiede in einer Klasse. Erschwerend kommt hinzu, dass z.B. aufgrund von Abschiebung betroffene SchülerInnen nicht mehr in die Schule kommen, neue Kinder aber wieder zugewiesen werden. Dies macht es schwer, allen SchülerInnen gerecht zu werden und sie entsprechend ihrem individuellen Können zu unterrichten. Auch bringen sie unterschiedlichen Erfahrungen aus ihren Unterbringungen mit. So erschwert u.a. Müdigkeit das Lernen.

Die Ellef-Ringnes-Grundschule hat erste Schritte in Richtung Inklusion in diesem Bereich getan. Die SchülerInnen gehen schon stundenweise in verschiedenen Unterrichtsfächern in die Regelklassen, um sich in das Schulleben besser eigewöhnen zu können. Zudem lernen Kinder von Kindern am besten und Freundschaften helfen, sich sicher und wohlzufühlen. Projektarbeiten innerhalb der Willkommensklasse, aber auch mit anderen Klassen zusammen, Ausflüge und handelndes Lernen sollen das Erlernen der deutschen Sprache unterstützen. Die Willkommenskinder unterstützen die "grünen Helfer" während der Hofpausen. Sie identifizieren sich durch dieses verantwortliche Handeln mit der ERG als „meine /unsere Schule“. Sie zeigen damit auch allen anderen Kindern: Ich gehöre jetzt zu euch und kann deshalb eine verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen.

Wie die Willkommenskultur an der ERG mit den Willkommenskindern aussieht, zeigt die Grafik. Eine der wichtigsten Gruppen ist die des „Willkommensteams“. Das setzt sich aus 2 Willkommenslehrerinnen und 2 Lehrerinnen aus der „Regelschule“ zusammen. So nehmen die Willkommenslehrerinnen u.a. am Regelunterricht teil, sammeln Erfahrungen und Eindrücke und wissen, was die Flüchtlingskinder beim Übergang in die Regelklassen erwartet. Zusätzlich werden die Willkommenslehrerinnen aber in ihrer Arbeit mit den Flüchtlingskindern durch Lehrerinnen mit langjährigen Erfahrungen im Schulalltag unterstützt.